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WALL•E
15. Oktober 2008, 02:01
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WALL-E

Eeeeendlich mal wieder im Kino gewesen. Pünktlich zum Start: WALL•E – Der Letzte räumt die Erde auf.

Wieder mal ein Film, an den ich falsche Erwartungen gestellt habe. Ich mein, hey, es ist ein Pixar-Film und wer Findet Nemo oder Die Unglaublichen gesehen hat, weiß, was man eigentlich von Pixar-Filmen zu erwarten hat: Gags am laufenden Band. Bei WALL•E war das zwar auch so, ABER das ganze hatte doch einen ganz schön ernsten Hintergrund, so dass einem ab und zu das Lachen im Halse stecken blieb.

Die Erde ist ein einziger Müllhaufen und die Bewohner, vor hunderten von Jahren in den Weltraum geflüchtet, bewegen sich nur noch auf Luftkissensesseln fort und verfetten zusehends. Aufforderung zum Essen und Trinken überall, alles natürlich aus Plastikbechern, und jegliche gesellschaftliche Tätigkeit findet nur noch virtuell statt. *schluck*

Das ist leider gar nicht so weit weg von der Wahrheit. Kleine Kinder verstehen das natürlich nicht und erst recht für die ganz Kleinen find ich den Film auch zu traurig/gruselig, weswegen ich die FSK (ab 0 Jahren) mal wieder nicht nachvollziehen kann.

TROTZDEM: Für uns mehr oder weniger Erwachsene ist der Film ein großartiger Denkanstoß.

Ich sollte vielleicht vorwegnehmen, dass ich erst seit relativ kurzer Zeit Animationsfilmen aus dem Computer wirklich offen gegenüber- stehe. Doch nach einigen Nachhilfestunden (vielen Dank, Matthia & Nils) und dem wunderbaren Erlebnis, Findet Nemo mit meiner kleinen Nichte anzusehen, hat sich meine Sicht auf solche Filme vollkommen verändert. Findet Nemo ist ein außergewöhnlich schönes Meisterwerk filmischer Erzählkunst — wen kümmert es da, dass die Figuren allesamt aus dem Rechner stammen? Mich jedenfalls nicht (mehr).

Insofern war ich schon vor einigen Monaten, als ich den ersten Teaser für WALL•E im Internet bestaunen konnte, völlig begeistert und freute mich auf den Film wie auf kaum einen anderen dieses Jahr. Und tatsächlich: Ich wurde in keinster Weise enttäuscht. WALL•E ist ein wirklich wunderschöner, herzerwärmender Film, der mich in gewisser Weise daran erinnert hat, wie es ist, einen Film mit den Augen eines Kindes wahrzunehmen. Ich denke, gerade die wunderbar simple Erzählstruktur aber auch das herrlich auf die Darstellung von Emotionen reduzierte Design der Figuren (man beachte beispielsweise WALL•Es übergroße Augen) sind dafür verantwortlich. WALL•Es wiederholter Versuch, Eves Hand zu berühren, ist ein weiteres wortloses Mittel, das den Film an vielen Stellen universell verständlich macht. In dieser Darstellung erinnern die beiden Roboter gar an kleine, schüchterne Kinder. Darüber hinaus war das einfach nur süüüüß.

Was mich an dem Film jedoch am meisten verzaubert hat, sind die Szenen, die zeigen, wie WALL•E sich bemüht, Eeee-waas Aufmerksamkeit zu erhaschen. So einfach diese Szenen auch dargestellt werden, so unverblümt ist doch die Wahrheit, die in ihnen zum Ausdruck kommt. Wenn WALL•E der begehrten Roboter-Dame mit seinen verträumten Augen nachschmachtet, erweckt dies die wunderbar süße Erinnerung daran, verliebt zu sein. Insofern stellen diese auch meine Lieblingsszenen dar. Nicht zu vergessen ist dabei der Moment, als die beiden Roboter im All schwebend aufeinander treffen und sich küssen. Niedlich.

Hervorheben möchte ich außerdem den stimmigen Soundtrack und die außergewöhnliche Detailhaltigkeit des Filmes. Die Künstler bei Pixar haben eine Welt erschaffen, die voller kleiner Einzelheiten im Hintergrund steckt: Neben dem beeindruckenden Innenleben der riesigen Axiom ist das vor allem WALL•Es vor popkulturellen Querverweisen nur so strotzende Kuriositätensammlung.

Vergessen werden darf aber auch nicht die dem Film zugrunde liegende, wichtige Botschaft: Wenn wir als Kultur weiter in dem Maß der Verschwendung nachgehen, wie wir es jetzt tun, zerstören wir den einzigen Planeten, den wir haben. Bei genauer Betrachtung der Menschheit in WALL•E, stellt sich allerdings die Frage, ob wir als Gesellschaft nicht schon längst dort angekommen sind, wo WALL•E mit der überspitzten Darstellung anfängt …


3 Kommentare bis jetzt
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Gefallen mir sehr eure Reviews. Weiter so.

P.S.: Die weibliche Autorin ist süß …

Kommentar von Mr. Wrong

Echt schöner Blog… Ich mag den Header!
Ein männlicher Nerd und ein weiblicher Nerd und der Computer…

Nur was ich an diesem Post nicht verstehe, warum steht zweimal das gleiche da???…
Ich bin zu blind, die Pointe darin zu erkennen!
Ich will sie wissen!

Kommentar von Frau Besinnlich

Wann gehts weiter? Und mit welchem Film? Was ist aus Barry Lyndon geworden? Und aus The Fountain? Hast du Slumdog Millionaire gesehen?

Kommentar von Miriam




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